M 92 – Kugelsternhaufen im Sternbild Herkules
Messier 92 (NGC 6341) ist wie eine uralte Sternenlaterne, die im Sternbild Herkules seit beinahe der gesamten Geschichte des Kosmos brennt. Mit einem Alter von rund 12 Milliarden Jahren gehört dieser Kugelsternhaufen zu den ältesten bekannten seiner Art – ein stiller Zeuge aus jener Epoche, in der sich die Milchstraße gerade erst formte. Etwa 29.000 Lichtjahre von uns entfernt, drängen sich hier Hunderttausende Sterne zu einer dichten, kugelförmigen Stadt aus Licht. Seine Gesamtmasse beträgt rund 290.000 Sonnenmassen – gebunden durch Gravitation, über Zeiträume, die jede menschliche Vorstellung sprengen. Entdeckt wurde M 92 am 27. Dezember 1777 von Johann Elert Bode – ein Fund, der noch heute daran erinnert, wie sehr der Nachthimmel Forscher und Träumer gleichermaßen anzieht. Unter sehr dunklem Himmel ist der Haufen mit einer Helligkeit von etwa 6,3 mag sogar gerade noch ohne Hilfsmittel erahnbar; im Fernglas oder kleinen Teleskop erscheint er als kompakter, funkelnder „Schneeball“ aus Sternen. Typisch für so alte Kugelsternhaufen ist seine metallarme Zusammensetzung: Er besteht überwiegend aus Wasserstoff und Helium – und trägt damit die chemische Signatur einer Zeit, als schwere Elemente im Universum noch selten waren. Aufnahmedatum: Mai 2026 Montierung: Skywatcher EQ6-R Pro Teleskop: ZWO FF65 APO mit Tele Vue 2x Powermate 2“ Kamera: ASI 183MC Pro Guiding: ASI 220MM mit ASIAIR Plus Belichtung: 10 h 8 min (152 x 240 sec, Gain 111, -13°C) Bearbeitungssoftware: PI, Photoshop
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